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Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und seine Stufen

 

Die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 01.09.1939 durch Adolf Hitler beinhaltete auch die Stiftung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes.

Während es in der Gestaltung mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse identisch war, war das Ritterkreuz etwas größer. Das Ritterkreuz wurde am Band als Halsorden getragen.

Es wurde verliehen für besondere kampfentscheidende Tapferkeitstaten. Voraussetzung war ein eigener, selbstständiger Entschluss, hervorragende persönliche Tapferkeit und ausschlaggebender Erfolg für die Kampfführung im Großen gesehen.

Eine Beschränkung auf einen bestimmten Personenkreis existierte nicht. Jeder Angehörige der Wehrmacht, vom Schützen bis zum Generalfeldmarschall, konnte mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet werden.

Vorschläge zur Verleihung des Ritterkreuzes erfolgen durch den jeweiligen Divisionskommandeur oder Vorgesetzten im Range eines Divisionskommandeurs. Die Verleihungsbefugnis behielt sich Adolf Hitler persönlich vor.

Um bei der Dauer des Krieges und der Härte der Kämpfe auch Soldaten zu würdigen, die bereits mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet waren und wiederum die v.g. Kriterien erfüllten, stiftete Adolf Hitler am 06.03.1940 als nächst höhere Stufe das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Es sollten keine Vorschläge mehr erfolgen; vielmehr war ein Bericht auf dem Dienstweg an Adolf Hitler zu richten, sofern ein Ritterkreuzträger entscheidende Kampfhandlungen durchführte. Von den Zwischenvorgesetzten war eine Stellungnahme beizufügen. Der Bericht war sodann unverzüglich per Fernschreiben dem O.K.H./PA 1. Staffel vorzulegen oder per Kurier an Adolf Hitler zu melden. Das Eichenlaub sollte das äußere Zeichen außergewöhnlichen Heldentums sein. Führungsverdienste konnten nur dann mit dem Eichenlaub gewürdigt werden, wenn sie durch persönliches Heldentum geprägt waren. Die Übergabe des Eichenlaubs und der späteren höheren Stufen behielt sich Adolf Hitler selbst vor.

Am 28.09.1941 wurden das Eichenlaub mit Schwertern sowie das Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten durch Adolf Hitler gestiftet. Für diese Stufen galten die v.g. Bestimmungen.

Eine letzte Erweiterung erfolgte am 29.12.1944 durch die Stiftung des Goldenen Eichenlaubes mit Schwertern und Brillianten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Diese Stufe war die höchste Tapferkeitsauszeichnung während des Zweiten Weltkrieges und sollte nur 12 mal an höchstbewährte Einzelkämpfer, die bereits alle Stufen des Ritterkreuzes erhalten hatten, verliehen werden, um sie vor dem Deutschen Volke besonders zu ehren.

Am 10.12.1942 forderte Adolf Hitler, dass mehr Vorschläge für die Ritterkreuzverleihung und seiner Stufen für untere Dienstgrade vorzulegen seien. Diese Aufforderung wurde am 08.03.1943 wiederholt.

Aufgrund der Belastungen durch die Gesamtkriegslage übertrug Adolf Hitler am 17.10.1944 die Verleihungsbefugnis an den Chef des O.K.W., GeneralHiHH     feldmarschall Keitel. Die Aushändigungsbefugnis hoher Tapferkeitsauszeichnungen wie dem Eichenlaub und der goldenen Nahkampfspange übertrug Hitler dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

Am 07.03.1945 wurde bekannt gegeben, dass ab diesem Datum jeder Soldat, der mit der Panzerfaust oder mit behelfsmäßigen Nahkampfmitteln sechs feindlich Panzer vernichtet mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wird. Da die Kriterien „eigener, selbstständiger Entschluss, hervorragende persönliche Tapferkeit und ausschlaggebender Erfolg für die Kampfführung im Großen gesehen“ bei manchen Truppenteilen, wie z.B. dem fliegenden Personal der Luftwaffe und Angehörigen der Kriegsmarine, nur schwer zu beurteilen war, gab es ähnlich Bestimmung bereits früher. Z.B. bei den Jagdfliegern der Luftwaffe, welche für die Verleihung des Ritterkreuzes und seiner Stufe an der Anzahl abgeschossener Feindflugzeuge gemessen wurden.  Die Höhe dieser Zahl wurde aufgrund des unterschiedlichen „Schwierigkeitsgrades“ jedoch z.B. an der Westfront, wo den Piloten gut ausgebildete Feindpiloten gegenüberstanden, anders angesetzt, als an der Ostfront, wo man es hauptsächlich mit schlecht ausgebildeten Feindpiloten zu tun hatte. Bei U-Boot-Kommandanten richtete sich die Verleihung des Ritterkreuzes und dessen Stufen nach den versenkten Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes.

 

Das Goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten wurde nur einmal verliehen. Als Lohn einer Reihe außergewöhnlicher Tapferkeitstaten erhielt es am 29.12.1944 der Oberstleutnant und Stuka-Flieger Hans-Ulrich Rudel. Rudel hatte 2.530 Feindflüge absolviert, wobei er 519 sowjetische Panzer abschoss, ein Schlachtschiff, einen Kreuzer ,einen Zerstörer und 70 Landungsboote versenkte, 150 Flak- und Pakstellungen zerstörte und 9 Siege im Luftkampf errang. Weiterhin wurde er 30 mal selbst abgeschossen und rettete 6 deutsche Flugzeugbesatzungen, die hinter den sowjetischen Linien notlanden mussten. Auch nach einer schweren Verwundung, nach welcher ihm der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, flog Rudel weitere Einsätze.

Das Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten wurde 27 mal verliehen.

Das Eichenlaub mit Schwertern kam 160 mal zur Verleihung.

Mit dem Eichenlaub wurden 882 Soldaten ausgezeichnet.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielten 7.377 Soldaten.

Eine detaillierte Auflistung aller mit den Ritterkreuz und seiner höheren Stufen ausgezeichneten Soldaten findet man bei www.das-ritterkreuz.de. Aus diesem Grund wird hier auf eine erneute Aufstellung der Namenslisten verzichtet.

 

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